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Der Saloon

Ein kleiner Saloon, in einer kleinen Stadt am Rande der Prärie, irgendwo dort, wo der Westen noch wild war, ein Saloon wie tausende.
Wenn man durch die typischen Flügeltüren eintrat, kamen einem Rauchschwaden entgegen, die von der bereits längeren Zeit sitzenden Klientell verursacht waren. Man roch deutlich den charakterischten Geruch des Wildwestsaloons:
Das neu angestrichene Holz, das man wahrscheinlich gebraucht hatte, um die letzte Schiesserei zu verdecken, das noch einen „neuen“ Geruch hatte, der abgestandene Whiskey, der billige Tabak der durchreisenden Cowboys und deren eigener Geruch nach Vieh und Pferden, allles vermischt in dieser düstern Spelunke.

Joe Grey war schon in hunderten, wenn nicht tausenden solcher Saloons gewesen, und seiner Meinung nach war es wie folgt: Hatte meinen einen Wildwestsaloon gesehen, hatte man alle gesehen, abgesehen von den billigern Plagiaten, in denen sich zumeist gelehrte Leute aufhielten, die teuere Zigarren rauchten und französichen Wein tranken, und jeder trotzdem einen Cowboyhut aufhatten, um den Eindruck zu erwecken, sie gehörten zur Landbevölkerung – dabei waren es meist Versicherungsagenten oder ähnliche Firmenvertreter aus dem Osten.

Dies hier war ein echter Saloon, das bemerkte Joe Grey nicht nur auf den ersten Blick, sondern seit er den Geruch der Cowboys, der auch ihm anhaftete, gerochen hatte. In dieser Wirtschaft konnte man sicher einige lustige Stunden erleben.

Joe setzt sich gemächlich auf den Barhocker, spuckte einen Kautabak in den kupfernen Spucknapf und strich sich durch das unrasierte Gesicht. Er wartete ungeduldig darauf, dass ihn jemand bediente, und war dran und drauf, mit der Hand auf den Tresen zu hauen und zu schreien:
„Was ist das hier für ein Sauladen? Jetzt warte ich schon eine Ewigkeit auf meinen Drink!“
Zum Glück der Innenaustattung des Saloons wurde Joe jedoch eine Sekunde nach diesem Gedanken bedient.
„Hey, Bubi, lass nen Whiskey rüberwachsen, und keinen zu knappen!“

Der Barkeeper, offensichtlich an den rüden Umgangston seiner Klientell gewöhnt, schüttete Joe einen starken Whiskey raus – und wenn Joe schon fand, dass er stark war, dann war er wirklich stark!
Trotzdem, der Cowboy vertrug so einiges.

Plötzlich erhob sein Nebenmann, ein älterer Cowboy, seine Stimme:
„Hey, Greenhorn, ziehst du auch so schnell wie du trinkst?“
Der Mann war offensichtlich betrunken. Trotzdem war das für Joe kein Grund, nicht auf ihn einzugehen.
„Du nennst mich ein Greenhorn? Du weiß wohl nicht, mit wem du es zu tun hast? Ich bin Joe Grey, und ich habe Rinder vom Rio Grande zum Pazifik und wieder zurück getrieben!“
„Greenhorn, nun mach dir mal nicht in die Windeln. Das habe ich schon getan, als du noch an den Brüsten deiner Mutter genuckelt hast!“

Joe Grey wurde nun ernsthaft wütend.
„Ich glaube, da will jemand ein Duell, was?“
„Wenn du dich traust, Hosenscheißer, gerne!“
„Um Punkt 6 Uhr morgen früh, vor dem Stadttor. Du wählst die Waffen!“
„Ich werde da sein, Greenhorn. Wenn du dich bis dahin nicht aus dem Staub gemacht hast, würde ich dir raten, vorher den Sargbauer aufzusuchen, er fertigt Modelle auf Maß.“
„Du wirst keinen Sarg brauchen, wenn ich mit dir fertig bin.“

Mit einem Zug lehrte Joe Grey sein Glas und verliess, ohne noch ein Wort zu sagen, den Saloon.
Der heiße Wüstensand der Stadt knirschte unter seinen Stiefeln.

Die wundersamen Orte an denen Fire sich während des Bloggen aufhält (oder: Wo fliegt der Drache?)

Diese Bezeichnung oder überhaupt die Tatsache, das es eine solche Kategorie gibt, mag verwirrend sein.
Nun, es sind nicht die Orte gemeint, an denen ein PC steht und von dem aus ich blogge, das ist sowieso in 99 % aller Fälle mein Zuhause. Ich beschreibe hier die Orte, die nur in meinen Gedanken exsitieren, einen Teil einer imaginären Welt bilden und doch sehr wichtig sind, da ich mich an sie zurückziehe um meine Gedanken zu sammeln, um einfach einen Ort zu haben, an dem ich alleine sein kann, und der nur mir gehört – das ich diesen Ort evt. mit andern teilen werde, ist nicht ausgeschlossen, aber es werden nur priviligierte Leute das Recht dazu haben. Nun, hier eine Beschreibung der Orte, die Liste ist jedoch nicht vollständig:

Die Halle der Erkenntniss
Ein dunkler, hoher Raum, so alt wie die Welt selbst, aber von Menschenhand erschaffen. Nur von ganz weit oben, dort wo die Schüler der Weisen ihren meditativen Gesang einstimmen, der durch die Gemäuer erschallt, kommt Licht, das einen trotzdem fast verblendet. In diesen Raum ziehe ich mich zurück, wenn ich über mich selbst Gericht halten will und eine Entscheidung brauche. Ich kann mich in diesem Raum in zwei oder mehere Personnen aufspalten und mich selbst beobachten. Manchmal besuche ich ihn auch nur, um den beruhigenden Geräuschen in der Halle zu lauschen.

Der Strand des vollkommen Glücks am Meer des Verderbens
Der Strand ist der schönste Ort der Welt. Es herscht ein ewiger Sonnenuntergang, und es ist weder zu warm noch zu kalt. Ein fabelhafter Ort, um lange Spaziergänge zu machen und sich nach dem Meer zu sehen. Aber das Meer ist das Meer des Verderbens, und so wie der Strand ein Ort von vollkommenem Glück ist, so verdirbt das Meer alles Glück. Eine ironie des Schicksals, dass beide Orte so nahe aneinander liegen, aber Gegensätze ziehen sich halt an.

Die Waldlichtung in der lauen Sommernacht bei Vollmondschein
Der Mond erhellt die Lichtung in seinem fahlen Licht, es ist weder warm noch kalt, und die Luft ist erfüllt von einem schweren Duft von Blumen. Eine perfekte Kulisse für eine Liebesszene. Und doch hat man hier irgendwie das Gefühl, unsterblich zu sein.

wird fortgesetzt

Der Löffelmörder 2 (Kapitel 1)

approximativ zurückdatiert

Kapitel 1: It rains the water of Styx

Joel trug seinen Löffel immer bei sich. Es war lange her, dass er zum letzten Mal gegen eine Wirbelsäule gestoßen war, und so war die Berichterstattung in der Presse zum Verschweigen gekommen und kaum noch einer erinnerte sich seiner Taten ständig. Mit Ausnahme von seiner Klasse.

Er beobachtete sie jeden Tag, mit einer diabolischen Genugtuung, wie sie zusammen zuckten, wenn jemand die Namen „Daniel“ oder „Vanessa“ sagten. Und, er beobachtete sie in der Kantine. Es war herrlich, mit anzusehen, wie sie die Löffel nahmen, bei dem Anblick zusammen zuckten und sich dann dennoch überwandten, damit ihren Pudding zu essen. Und immer, wenn er einen Löffel in der Hand hatte, genoss er es.

Es war Sommer geworden, und er saß oft im Garten, während er Eis aß. Mit Vorliebe aß er Waldfrüchtesorbet. Blutrot. Es glänzte auf dem Löffel. Er aß ständig mit ihm. Es fiel niemandem auf. Er wusch ihn selbst und beschmutzte den Löffel, den er bekam, mit Essen. Es sah so aus, als würde er ein ganz normales Leben führen. Auf dem Löffel hatte er die Runen eingeritzt. Aber so klein und so fein, dass niemand sie sah, wenn er nicht wusste, wo er sie suchen musste.

Aber Joel hatte keine Lust mehr, länger auf der faulen Haut liegen zu bleiben und sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Aber ihm fiel niemand ein, der ein mögliches Opfer sein könnte. Musste er, Ancalagon, sich nun schon jemanden suchen, den er umbringen konnte? Niemals.

Seine Opfer waren zu ihm gekommen und er hatte gespürt, dass die Zeit reif gewesen war. Er hatte es einfach gewusst. Auch bei Daniel. Das Wetter war sehr schwül, bald würde ein Sommergewitter aufkommen. Joel leckte seinen Löffel ab und steckte ihn in die Tasche. Er würde einen Spaziergang machen.

Die Lautsprecheranlage der Fußgängerzone spielte ein Lied, den Joel aus irgendeinem blutrünstigen Film kannte. Nicht, dass die Art von Musik, die in Horrorfilmen verwendet wurde, normalerweise in Fußgängerzonen gespielt wurde. Es war harmlos wirkendes Geduddel. Ein ganz unschuldiger, wenn auch trauriger Song. Aber für jeden, der den Film gesehen hatte, bedeutete der Song noch etwas anderes. Er verband die Musik mit den Taten, die im Film zu sehen waren.

So war es auch mit dem Löffel. Normalerweise dachte niemand an blutrünstige Morde, wenn er einen Löffel sah. Wer aber die Geschichte des Löffelmörders, seine Geschichte, die Geschichte von Ancalagon dem Blutrünstigen, kannte, der verband den Löffel mit einer brutalen Art und Weise zu töten. Joel liebte den Gedanken, dass jeder, der an einen Löffel dachte, daran dachte, wie er die Wirbelsäule aus seinen Opfern hebelte.

Er befühlte den Löffel in seiner Hosentasche, nur um sicherzugehen, dass er noch da war. Dann setzte er sich auf eine Bank und beobachtete die Leute um ihn herum. Niemand interessantes. Eine Horde von Siebtklässlern, die ihr Wochenende verbrachten, indem sie die Nerven der Leute in der Fußgängerzone strapazieren – ohne dass es ihnen aufgefallen wäre. Sie lärmten herum, fühlten sich groß und stark, nur weil sie nicht mehr in den Grundschule waren.

Falsche Ignoranz. Eine Lektion würde jedem von denen gut tun, aber darauf hatte Joel keine Lust. Es war nicht seine Aufgabe, anderer Leute Kinder zu erziehen. Sein Blick wanderte weiter. Familien. Mütter, die ihre Kinderwagen , voll gepackt mit Einkäufen nach Hause schoben. Väter, die mit ihren Kindern ein Spielwarengeschäft besuchten, um ihnen Wasserpistolen zu kaufen. Uninteressant.

Danach fiel sein Blick auf die gegenüberliegende Terrasse einer Konditorei. Unter großen, dunkelgrünen Sonnenschirmen saßen die Gäste im Schatten. Es war hauptsächliche ältere Damen und Herren, die ihren Kaffee tranken und dabei entweder ein Eis oder ein Stück Torte aßen. Als er sein Auge schweifen ließ, eindeckte er dennoch etwas interessantes: Drei Mädchen, ungefähr in seinem Alter, etwas jünger vielleicht, aber sein Jahrgang. Neben einer Brünette und einer Rothaarigen, die allem Anschein nach Rastalocken hatte, saß eine Blondine.

Sie war schön. Nicht dick, eine schöne Figur. Ein schmales Gesicht, auf dem er, wenngleich das aus der Entfernung schwer zu sagen war, einige Unreinheiten vermutete. So etwas machte ihm nie viel aus. Er fand dieses Mädchen atemberaubend schön – und er spürte einen fast unwiderstehlichen Drang, ihre Wirbelsäule genauer zu inspizieren. Vielleicht sollte er ihr diesmal anbieten, sich mit einem Kuss frei zukaufen – um sie nach diesem dennoch umzubringen.

Ein leises, böses Lächeln huschte über sein Gesicht. Er kreuzte die Arme hinter dem Kopf, lehnte sich zurück und beobachtete still die drei Mädchen von seiner Bank aus.

Sie aß ein Eis, mit einem langen Löffel. Er musste wieder lächeln. Er dachte an ein altes Sprichwort, was er irgendwo aufgeschnappt hatte, wahrscheinlich wieder einmal Harris und Dr. Lecter. Es hieß: „Wer mit dem Teufel speist, braucht einen langen Löffel.“ Esslöffel waren lang. Ironie des Schicksals. Er betrachtete sie, wie sie ungeniert das Eis mit ihrer rosa Zunge von dem kalten Stahl ableckte.

„Merkwürdige Art, Eis zu essen.“, Dachte er, „Aber sie wird ja auch eine merkwürdige Art zu sterben haben.“

Das erwartete Sommergewitter setzte ein. Der Regen kam und die Leute verließen fluchtartig die Fußgängerzone. Joel blieb sitzen, und schaute den drei Mädchen weiterhin zu. Sie trennten sich, die Brünette verließ die beiden anderen und ging, allem Anschein nach, nach Hause. Die beiden anderen standen ebenfalls auf und gingen in Richtung Alzette. Joel folgte ihnen mit ziemlich großem Abstand. Er hatte keine Angst, sie zu verlieren. Er kannte die Rothaarige und wusste, wo sie wohnte – und alles deutete darauf, dass die beiden Nachbarn waren, oder wenigstens nahe beieinander wohnten.

Sie hatten sich gerade getrennt, und Joel folgte der Blondine – seiner Blondine. Sie würde bald ihm gehören. Er brauchte nicht viel zu tun, nur sie zu beobachten. Langsam folgte er ihr, betrachtete ihr vom Regen durchnässtes Haar, ihre bleich wirkende Haut, ihren schönen Körper, durch das nasse, an der Haut anliegende Top zusätzlich betont. Und er betrachtete ihren Rücken, ihre Wirbelsäule, die ihr Gehirn mit dem restlichen Körper verband, von der aus ihre Nervenimpulse durch den Körper flossen.

Betört von ihrem Anblick blieb er an eine Laterne gelehnt stehen und folgte ihr noch mit seinem Blick, bis sie ihr Haus erreicht hatte und hinein ging. Er wartete eine Minute lang und ging dann zu dem Haus, um sich die Hausnummer anzusehen. Er fand, dass ein Spaziergang nach Hause nicht schlecht war und nahm einen längeren Weg, der entlang der Alzette verlief, und vorbei an einem großen Parkplatz, der so gut wie leer war. Anscheinend waren alle vor dem Unwetter geflüchtet.

Es donnerte.
Regen machte Joel nichts aus. Er mochte ihn zwar nicht sonderlich, aber eigentlich hatte er bis jetzt erst einen Tag erlebt, an dem er wirklich mit dem Wetter zufrieden gewesen war. Graue Wolken und ein warmer Wind. Er erinnerte sich nur zu gerne an diesen Tag. Obwohl eigentlich nur das Wetter gut gewesen war, mehr nicht.

Er fand sich auf dem verlassenen Parkplatz wieder. Es regnete in Strömen und beständig zuckten Blitze durch die dicken, schwarzen Wolken.

Ungefähr 15 Meter vor ihm stand ein Mann mit einem langen Ledermantel, der ihm bis zu den Stiefelansätzen ging. Er sah sehr bleich aus. Er blickte Joel mit seinen wachen, kohleschwarzen Augen an. Sein Haar, nicht ganz so dunkel wie sein Mantel, aber auch schwarz. Er schien unschlüssig, und doch hatte er auf eine merkwürdige Art und Weise eine bedrohende Wirkung auf Joel. Der Mann wirkte komplett deplatziert auf dem Parkplatz.

feeling so unholy

approximativ zurückdatiert

gewidmet Katha – danke für deine Offenheit und die schier endlosen diskusionsreichen Nächte mit dir, ausserdem Dank für die erste Inspiration für dies hier
und Stella – danke für die Erdbeeren und die dementsprechende Inspiration

Sie lagen dicht nebeneinander im Bett, obwohl es hellichter Tag war. Durch die orangen Vorhänge fiel das Licht des Nachmittages gedämpft in das Zimmer, das eindeutig einer Jugendlichen gehörte, die aus dem Alter raus war, in dem sie die Wände mit Postern zukleistern mustte oder aber das Privileg gehabt hatte, nie eine solche Phase erleben zu müssen.

Jedes mal, wenn eine Wolke an der Sonne vorbei zog, wurde es dunkeler in dem Zimmer, was die ruhige Stimmung, die herschte, noch verstärkte. Auf den ersten Blick hätte ein ungeübter Beobachter geglaubt, es wäre niemand in diesem Zimmer gewesen, denn die beiden Jugendlichen, die auf dem Bett lagen, verharrten – jedenfalls im Moment – völlig regungslos.
Ruhe Musik war zu hören – kein Pop, etwas unbekanntes, sehr viel weniger populär,. Ein nicht definierbarer Stil. Eine weibliche, schon fast ätherische Stimme sang dazu.

Ihre Haut war durch das orange Licht das auf sie fiel in eben dieser Farbe getönt. Eine relativ große, männliche Hand fuhr über ihren Arm. Er genoß die Weichheit ihrer Haut. Ein zärtlicher Kuss auf ihren Mund, sinnliche Berührung der Lippen, und dann erneut das Zurückfallen in eine phlegmatische Ruhe, die wie eine Stille schien, die einzig und allein von den wunderbar weichen Berührungen untereinander als Gerräusche unterbrochen wurde.

Beide hatten ihre Augen geschlossen und erlebten so den Körper des Andern als wundervolle lebendige Landschaften, die sie mit ihren Fingerspitzen erkunden konnten.

Es gab keine Unklarheit über die Dinge, die noch passierten sollten und so konnten sie sich Zeit lassen, jede einzelne Phase ihres Beieinanders ausführlich zu gestalten und zu geniessen, und taten dies auch. Jede Berührung wurde zu einem unendlichen Moment, der sich im kollektiven Gedächniss beider einbrannte, bis die nächste Berührung ihn wieder vergessen machte.
Er zeichnete mit seinem Finger unendlich viele Achten auf dem Weg zwichen den beiden Gelenken ihres Daumens, während ihre Hand den Weg unter sein T-Shirt fand, sich Millimeter für Millimeter zärtlich seinen Oberkörper hinauf tastend, ein sanftes Kribbeln auf seinem Bauch hinterlassend.

Die Gedanken verliessen die Beiden, und statt ihnen kamen die Gefühle, die sie instinktiv dazu antrieben, Gänsehaut auf dem Körper des Anderen zu verursachen, die jeder genoß, denn es war eine äusserst angenehme Art der Gänsehaut.

Der Nachmittag wich dem Abend, der die Unendlichkeit seines Vorgängers fortsetzte, und mit ihm kam auch der Hunder, den sie, mittlerweile nur mehr in Unterwäsche, damit vertrieben, in dem sie sich gegenseitig mit Erdbeeren fütterten. Dies erhöhte die Lust ihrer Zungen, sich zu berühren.
Ein weiterer unendlicher Moment. Das Berühren der Lippen, das dem Berühren der Zungenspitzen wich, um schlussendlich in einer vollständigen Verschmelzung ihrer Münder zu enden.

Das Licht wurde schwächer, durch den Sonnenuntergang jedoch wärmer. Die Musik blieb dieselbe und entführte ihre Ohren in völlig entlegene, höhere Sphären.

Langsam wurden die gegenseitigen Berührungen konkreter und verschafften Lust, was ihrer Schönheit keinen Abbruch tat, sondern sie im Gegenteil sogar noch verstärkte.
Mit der Zeit waren beide ganz nackt geworden, und auch ihre Augen hatten sich geöffnet.

Beiden hatten strahlend hellblaue Augen, und oft war es vorgekommen, das sie, wenn sie einander in die Augen und nur in die Augen geschaut hatten, der Meinung verfallen waren, sie würden ihre eigenen Augen sehen.

Doch jetzt sahen sie sich nicht nur in die Augen, sondern betrachteten sich gegenseitig. Es war herrlich, die lebende Landschaft, die ihre Fingerkuppen in zahllosen Wanderungen erkundet hatten, zu sehen, in dem warmen Schimmer des letzten Tageslichtes fast golden.
Ihre Lust steigerte sich, und bald konzentrierten sich ihre Berührungen auf den Schamberreich. Das Unbekannte das Andern, auch wenn es schon tausendmal berührt worden war, behielt den Reiz des mysteriösen Lustorgans, das man selbst nicht besaß und dementsprechend nur raten konnte, was die eigenen Hände für Gefühle hervorriefen.

Und dann wich die Nähe der völligen Verschmelzung, der Stille der Musik gesellten sich neue Geräusche und Laute. Die Ruhe verwandelte sich in eine sinnliche Hektik, die alle Gefühle der letzten Stunden intensivierte und zu vervielfachen schien, ohne sie dadurch abzuwerten.

Es dauerte unendlich lange und dennoch war es viel zu kurz. Es schloss ab mit einem gemeinsamen Sinnfeuerwerk, wie immer.

Das Gefühl danach, die postkoitoale Eurphorie, wie er es nannte, war wie ein Rausch. Er liess das Kondom, Zeuge von dem, was sich gerade erreignet hatte, in den Mülleimer fallen und sie machte sich daran, sich wieder anzuziehen, denn sie schlief ungern nackt.

Sie zog seinen Boxershort und ihre eigenes, hellgrünes Oberteil an. Als er fragend auf seine Unterwäsche blickte, lächelte sie ihn mit ihn mit ihren weißen Zähnen an und warf ihm einen halb zwichen ihren halblangen schwarzen Haaren verdeckten, überlegenen Blick zu, während er ihre dünne Taile und dann ihren Nabel streichelte, als wolle er zeigen, dass er sie noch weiter begehrte.

Dann stand er auf und ging zu seiner Sporttasche, aus der er einen neuen Boxeshort fischte.
Sie lag flach auf dem Bett und beobachtete ihn dabei, genoß die Blicke auf seinen schönen Körper, und murmelte zufrieden:
„Ich liebe dich…“

Ich kam mir vor wie in einer fremden Welt

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„Ich kam mir vor wie in einer fremden Welt..“, so lautete der letzte Satz, den Mana in ihr Tagebuch schrieb, bevor sie es beiseite legte.

Sie lehnte sich zurück und genoss die Musik, die aus anderen Sphären zu stammen schien, ein akutischer Orgasmus, der in ihrem Kopf Bilder fremdartiger Landschaften hervorrief, als würden sich die Gedanken der Musiker konkret veranschaulichen. Doch auch Erinnerungen an den voherigen Tag drängten sich ihr auf und liessen sie nicht mehr los.

Seufzend griff sie wieder nach dem Tagebuch, drehte die Musik etwas leiser, so dass sie nicht mehr übermachtig von ihr beherscht wurde, dass sie sich auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte.
Wieder und wieder las sie die Zeilen, die sie erst vor kurzem mit schwarzer Tinte in ihr kleines schwarzes Heft, ihr persönliches Logbuch, eingetragen hatte.

Sie schloss die Augen und lies die Ereignisse Revue passieren.

Alles hatte damit angefangen, dass sie bei einem guten Freund übernachtet hatte. Sie waren zuvor ins Kino gegangen und es war zu spät gewesen, um noch nach Hause zu fahren.

Ihren Elltern war es ohnehin egal, wo sie schlief – immerhin befanden sie sich gerade auf einer Kreuzfahrt in der Karibik und hatten andere Sorgen. Mana war Siebzehn und konnte, jedenfalls für zwei Wochen, auf sich selbst aufpassen.

Was auch immer ihre Eltern davon halten mochten, sie hatte mit ihrem besten Freund in einem Bett geschlafen. Zu etwas anderem als ungewollten Berührungen war es allerdings nicht gekommen.

Ali und Mana hatten lange geschlafen, und seine Eltern waren längst aus dem Haus, als die Beiden frühstückten.

Dann dieser Joint.

Mana hatte schon öfters Gras geraucht, und sie kannte die Wirkung auf ihren Körper. Für sie war der unregelmässige Drogenkonsum ein Genuss, wie für andere Leute das Glas Wein am Abend.

Ali war mit ihr nach Hause gefahen, aus welchem Grund auch immer.
Im Zug war der Rausch am stärksten zu spüren gewesen. Eine wollige Müdigkeit lullte sie ein und sie lehnte sich zurück.
Sobald der Schaffner passiert war, holte Ali seinen Discman hervor und reichte Mana einen der Ohrstöpsel.

Sie hatte es einfach auf sich wirken lassen, die vorbeiziehende Landschaft, die wunderbaren Wolkenformationen und die Musik.
Eine Melodie, erzeugt von Instrumenten, die sie nicht bestimmten konnte und eine ätherische Stimme, die über die Liebe sang. Manas Fähigkeit, klar zu denken kam ihr abhanden. Sie hörte auf, ihren Zustand zu analysieren, wie sie es sonst ständig tat.

Die Realität wurde unwirklich, auch wen dies ein Paradox war, die Droge – Mana wusste nicht, ob die Musik oder das Gras sie mehr beinflusste – ermöglichte solche Widersprüche.

Alles um sie herum wurde weich, als bestände selbst die Luft aus unsichtbarer Watte. In ihren Kopf verschmolz die Musik mit anderen Sinneseindrücken und synthetisierte sich zu folgendem Bild:

Die Wolken schienen die Musik zu verdinglichen, die hügelige Landschaft wurde von der Melodie erschaffen, jeder Baum wurde zu einer Note und jede Note zu einem Baum, aus den sanften Hügeln wurden Takte, aus den Takten wieder Hügeln.

Es war eine fremde Welt und doch so vertraut. Mana nahm sie immer verschwommener wahr, als fahre der Zug im Schneckentempo, obwohl er das gleiche nervöse Tempo beibehielt, mit dem er sie und Ali nach Hause beförderte.

Sie stiegen aus, ohne dass Mana aus ihrem wundervollen Tagtraum erwachte. Ali hatte ihr mittlerweile beide Ohrstöpsel überlassen.

Sie war wirklich in einer anderen Welt. Es musste einfach so sein, denn alles erschien ihr so neu.
Den kühlen Wind, der durch ihr langes, hellbraunes Haar blies, spürte sie zum ersten Mal bewusst, obwohl sie schon oft geglaubt hatte, ihn zu spüren. Sie sah, und es war sie, als wäre sie vorher blind gewesen, die vielen Farbvariationen, die allein der Himmel bot.

Ali liess ihr den Discman und die CD, als er sich verabschiedete.
Doch etwas störte Mana noch, selbst einen Tag danach.
Er hatte gesagt, die Euphorie sei unmöglich allein auf den Joint zurückzuführen, das was Mana erlebt habe, sei wohl vor allem durch die Musik ausgelöst worden.

Mana sehnte sich nach diesem Gefühl. Für einige Momente hatte sie an nichts denken können, ihr Kopf war vollkommen leer gewesen, und es hatte sich wundervoll angefühlt, besonders für jemanden, der ständig alles analysierte und durchdachte.

Sie wusste, dass sie allein durch Ruhe und diese Musik wieder für einige Sekunden diesen Zustand erreichen konnte, und diesen Gedanken empfand sie als tröstlichen.

Der Löffelmörder (Kapitel 2)

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Kapitel 2: Knockin' on Hell's Door

Joel war sich bewusst, dass jemand ihm folgte. Und er konnte sich denken, wer es war. Die Batterien seines Discmans waren leer, und so hörte er ausnahmsweise die Geräuche, die seine eigenen Schuhe und die seines Verfolgers verursachten. Er musste sich beherschen, um sich nicht umzudrehen. Kurz überlegte er, was er tun sollte. Er fasste einen Entschluss. Er ging weiter bis er vor sein Haus kam. Er blieb stehen, drehte sich um und blickte in die Augen Daniels.
„Hey…was machst du denn hier?“
„Ich..“
„Du spionierst mir nach, was? Glaubst du wirklich, ich würde jemanden aus meiner eigenen Klasse umbringen?“ Joel blinzelte kein einziges Mal, als er das sagte. Kalt und gefühslos wanderten die Worte über seine Lippen. „Nein, natürlich nicht, aber ich dachte mal, ich sehe mir an, wo du wohnst, wenn ich schon hier bin.“ Joel hasste Lügen. Es gab nichts, was er mehr und so abgrundtief hasste wie Lügen. „Klar. Sieh zu, dass dir nichts passiert. Es scheint gefährlich zu sein hier, in letzter Zeit.“ Er würde ihn umbringen. Aber er würde nur eine Zugabe zu Vanessa sein, sozusagen das Sahnehäubchen. Kein einzlenes Projekt. Aber dafür würde sein Tod schmerzhafter sein.
~**~

Gegen halb vier setzte strömender Regen ein. Niemand würde Daniel vor sieben Uhr zuhause erwarten. Er wusste nicht recht, was er von Joels Warnungen halten sollte. Ob er irgendwas gesehen hatte? Eher nicht. Allerdings hatte der Typ eine solche Kühle, dass man ihm zutrauen könnte, die Morde begangen zu haben. Daniel schlenderte durch die Fussgängerzone, obwohl er nicht recht wusste, was er da sollte. Leute hasteten durch die breite Strasse, andere bummelten ruhig und blieben vor jedem Laden stehen. Doch niemand schien sich für den Löffelmörder zu intressieren. Für manche Leute schien er sogar eine Art Kultfigur geworden zu sein. Beim Vorbeigehen hörte Daniel Witze über Löffel und Wirbelsäulen. „Wie abscheulich!“, dachte er, obwohl er wusste, dass er früher auch solche Witze gemacht hatte. Aber dies war nun eben etwas anderes.
Er ging in einen Laden und kaufte sich ein Buch über Runen. Er wusste, dass der Mörder Runen in die Leichen eingerizt hatte, man wusste nur nicht, welche es waren und was sie zu bedeuten hatten. Er glaubte zwar nicht wirklich daran, aber vieleicht würde er es herausfinden.

~**~

Ancalagon, gelesen Ankalagon, deshalb die Runen für A, N, K, A, L, A, G, O und N. Aber in Cirth, den Zwergenrunen von Tolkien, geschrieben. Nur wenige kannten diese Runen überhaupt, und noch wenigere waren imstande, sie zu lesen. Und selbst wenn, was half Ancalagon einem weiter? Nicht viele wussten, wer oder was Ancalagon ausser einem nettem Chatpseudonym wirklich war: Der größte und schrecklichste Drache Mittelerdes, vorkomment im Similmarillon. Ein wunderbarer Pseudonym für einen Mörder, fand Joel. Er mochte Drachen, und Ancalagon war dem „roten Drachen“ von Thomas Harris nicht zu ähnlich, auch wenn wenige Dinge die beiden verbanden. Zum Beispiel war der Rote Drache ebenso wie Ancalagon oft ausgestossen worden, hatte wegen seines äusseren nicht dazugehört. Aber was die Art und Weise, wie sie töten anging, so waren sie grundverschieden. Der Drache hatte seine Opfer totgebissen, weshalb die Presse ihm den Spitznamen „Zahnschwuchtel“ gegeben hatte. Aber Ancalagon, Ancalagon tötete anders. Präziser, und wohl auf den Schmerz bedacht, den er seinen Opfern zufügte. Zuerst lagen sie alle Halbnackt auf seinem „Operationstisch“, dann erklärte er ihnen, wieso er sie umbrachte und wie er es tun würde. Ganz ruhig, wie ein Arzt, der einem Patienten schildert, was bei einer Blindarmentfernung geschah. Nämlich den Wurmfortsatz des Blindarms, der in den meisten Fällen entzündet ist, abschneiden. Joel überlegte, ob der Daniel nicht zuerst den Blindarm entfernen sollte. Aber es entsprach nicht seinem Styl. Seine Opfer starben immerhin nicht an ärtzepfusch, sondern an einer kunstvollen Art des Mordes. Nun, mit Ausnahme von Daniel natürlich. Den müsste man etwas brutaller bestrafen, so dass er merken würde, dass Lügen kurze Beine haben. Kalt lächelte Joel und sah auf sein Dachfenster, und bemerkte mit Bedaueren, dass der Schneefall dem Regen gewichen war.
Alles hatte an genau einem solchen Tag begonnen. Grau, Joels Eltern erst sehr spät wieder zu Hause, und eine Wut auf irgendein blondes Mädchen. Er hatte ihren Namen jetzt vergessen, er war ihr auch egal. Sie war nur die Generalprobe für sein künstlerisches Schaffen, dass ihn später mit Gott gleichsetzten würde. Immerhin musste er sich einige antatomische Kentnisse aneignen, um den idealen Punkt zu finden, wo er den Löffel ansetzten und wo er schneiden musste. Und so war diese Wut gerade richtig gewesen, um sein Schaffen zu beginnen. Er hatte 3 Menschen getötet, und er verspürte keine Reue. Sie hatten ihm alle auf eine gewisse Weise wehgetan, und das alleine war schon ein Grund, ihm zu helfen, gottgleich zu werden.

~**~

Es war spät geworden. Daniel wollte noch einmal in die Wohngegend von Joel gehen und dann auf seinen Bus warten. Vieleicht würde er ja eine verdächtige Gestalt entdecken. Die Regen hatte aufgehörte, die Strasssen waren nass und der Himmel hatte eine Art grau-blau angenommen, das den nahen Sonnenuntergang bezeugte. Daniel war, als würde er in die Hölle eintreten.
Irgendwo hier trieb sich ein Verrückter umher, der wahlos Leute umbrachte, und ihnen wie vermutet wurde, bei lebendigem Leibe die Wirbelsäule herausriss.
Irgendwo hier lebte der Mörder, der diese 3 Mädchen so grausam zu Tode gequält hatte.
Hier lebte das Schwein, das Vanessa auf dem Gewissen hatte!
Der Gedanke entfachte in ihm neuen Mut, es stärkte ihn ungemein.
Aber was wollte er eigentlich?
Rache für Vanessa?
Oder einfach nur wissen, wieso sie gestorben war?
Ein komischer Mix aus beiden und noch einem anderem Gefühl, das er nicht richtig beschreiben konnte, das ihn antrieb. Er ging nochmal die Strasse entlang, in der Joel wohnte. Es war nun vollständig dunkel, niemand ausser ihm war auf der Strasse. „Du willst also wissen, wer der Löffelmörder ist?“ Jemand hatte ihn von hinten gepackt und hielt ihm ein Messer gegen die Gurgel. Eine jugendliche Stimme, die eiskalt wirkte, drohte ihm: „Eine Bewegung, und ich schneide dir die Pulsader durch, aber nicht die Luftröhre. Dann läufst du hier blutend durch die Strassen, bis irgendwer dich findet!“ Daniel wagte es kaum, zu atmen. Er war in der Falle. Der Löffelmörder – der Stimme nach anscheiend wirklich Joel, hatte ihn.

Alternativ sein – was heißt das eigentlich?

edit September 2014:Dieser Artikel ist einer der meistbesuchten in meinem Blog. Ich habe diesen Text ungefähr mit 17 Jahren geschrieben. Später wünscht eins sich natürlich immer, mit 17 schon das gewusst zu haben, was eins zehn Jahre später weiß. Hier sind also einige Webseiten, die du lesen solltest, wenn dir das mit dem „alternativ sein“ am Herzen liegt:
Feminismus101 – das Einmaleins des Feminismus
Netzwerk gegen Rassismus an Schulen: Was ist Rassismus?
Der baune Mob: Bin ich ein Rassist?
Interview über Klassismus
Lese und lerne so viel wie möglich über die Machtstrukturen in unserer Gesellschaft und schaue dann, was du tun kannst. edit ende

gewidmet Lisa, deren Texte als Inspiration für dies hier dienten…

Nun, fangen wir mit dem Ursprung des Wortes an; Was eine Alternative ist, weiß ja hoffentlich jeder. Wenn jemand alternativ ist, ist er also eine Alternative … zu was eigentlich?

Fragt man jemanden, der alternativ ist, wird die Antwort meist „Mainstream“ sein. Was ist jetzt der Mainstream eigentlich?
Mit Mainstream bezeichnen wir die breite Masse, also der größte Teil der Bevölkerung, die, die mit dem Strom schwimmen.
Zum Mainstream gehören immer Trendes, welche von sogenannten Popstars, der Modebranche und der Unterhaltungsindustrie vorgeschrieben werden. Dadurch, dass Elemente der typischen Kleidung von bestimmten Subkulturen wie zB. Punks aufgegriffen werden – als Beispiel seihen nur Nietenarmbänder genann, bilden sich eine ganze Reihe von Randgruppen, die zwar glauben oder vorgeben, anders als die breite Masse zu sein, in Wriklichkeit aber nur der neusten Mode nachgehen, um „in“ zu sein. Die momentane Mode wird sehr stark durch „abschauen“ geprägt. Was die großen Pop-Ikonen anziehen, zieht am Tag danach jeder Mainstream-Jünger an. Die meisten Angehörigen des Mainstreams sind unsicher was sie selbst angeht und versuchen durch möglichst große Anpassung immer „in“ und „trendy“ zu sein. Dazu gehören nicht nur Kleidung, sondern auch Verhaltungsweisen, Sprüche und Meinungen.

Nachdem wir nun wissen, was der Mainstream ist – was ist nun die Alternative dazu?
Es ist recht einfach – das der Mainstream pures Annehmen und Abschauen von Ideen anderer ist, ist die Alternative, einfach nur man selbst zu sein. Natürlich kann niemand etwas volkommen neues kreieren. Sich von etwas inspirieren lassen ist, gut, solange man nicht stur daselbe wie alle anderen trägt, tut oder sagt.
Man sollte seine eigenen Ideen durchsetzten und – besonders wichtig, selbstständig denken. Nur wenn man seine eignen Gedanken und nicht die, die einem durch die Massenmedien eingeflösst wurden, seine eigenen Ideen entwickelt und umsetzt, ist man frei von den Zwängen des Mainstreams.

Viele, die „alternativ“ sind oder andere Gedanken als der Mainstream haben, versuchen dies durch ihr Aussehen und ihre Kleidung auszudrücken. Oft haben Mainstream-Anhänger Probleme damit und versuchen diese Kleidung und Aussehen in bestimmte Schubladen zu stecken (welche oft nicht im geringsten stimmen) – und so werden lange Haare zu Hippes und Rastas zu Kiffern, weite Hosen zu Skatern und ein schwarzer Mantel zu einem Satanist, usw.
Sie erkennen nicht – oder wollen nicht erkennen, dass die Kleidung und das Aussehen, nur den Zweck haben, sich von der breiten Masse abzugrenzen, zu zeigen, dass man anders denkt.

Es ist nicht leicht, sich gegen die oftmal hirnrissigen Fragen der Mainstream-Anhänger zu kämpfen, ihre Bemerkungen zu ertragen, aber das gehört meiner Meinung nach dazu. Es zeigt einem, dass man wirklich anders ist – auch wenn es vieleicht schöner wäre, wenn viele Leute eigene Gedanken hätte, Protest fühlen würden, etwas änderen wollten, aber so ist es nun mal nicht. Auch wenn postives Echo von Geichdenkenden gut tut – Kritik zeigt uns, dass wir einzigartig sind.

Anmerkung:Ich weiß, dass Mainstream nicht gleich Mainstream ist, aber ich wollte nicht auf die vielen Grauzonen eingehen. Ich denke nicht, dass es den Mainstream nicht mehr geben soll, ich bin eher froh dass es ihn gibt, er zeigt mir dass ich wirklich anders bin. Ich bin nicht der Meinung, dass der Wert eines Menschen von seiner Kleidung abhängt, wohl aber von seinen Gedanken.

Das Zeroistische Manifest

approximativ zurückdatiert,

Das Zeroistische Manifest

von
Joël „Fireball“ Adami

1. Erklärungen
1.1 Definition Zeroismus
Zeroismus ist eine neue Religion oder ein neuer Weg zu denken und sein Leben zu leben.
1.2 Worterklärung Zeroismus
Zero = Null. Die Null ist die einzige Zahl, die positiv und negativ zugleich ist. Sie ähnelt meiner Auffassung dem Menschen am meisten. Außerdem steht die Null im Namen gleichzeitig für die Hauptregel des Zeroismus.

2. Zeroismus
2.1 Grundregel
Die Grundregel steht über allen Regeln oder Wegweisern. Sie lautet wie folgt: „Der Zeroist muss von sich aus nichts tun, aber er sollte gewisse Dinge tun und darf alles“
2.2. Wegweiser zum Erleichtern des Lebens.
2.2.1 Der Zeroist sollte in bestimmten Abschnitten über sein Leben nachdenken. (Manche Menschen meditieren gerne oder benutzen andere Entspannungstechniken, um zu sich selbst zu finden. Wenn der Zeroist dies tun will, so darf er dies gerne.) Wenn er herausgefunden hat, wie er gerne leben möchte, sollte er sein Leben nach seinen Möglichkeiten so ausrichten, dass er so Leben kann, dass er zufrieden wird. (ob er ein glückliches oder unglückliches Leben führen will, ist dem Zeroisten freigestellt – wie alle seine Taten.
2.2.2 Falls mehrere Zeroisten sich kennen und die Möglichkeit dazu haben, sollen sie sich regelmäßig treffen und miteinander über ihre Probleme reden. Das kann in kleinen Gruppen passieren, aber auch unter 4 Augen, ganz wie die Betreffenden wollen. An solchen Versammelungen muss natürlich nicht nur diskutiert werden. Das Diskusionsthema ist frei wählbar und muss nicht immer um Probleme der Einzelnen drehen. Im Allgemeinen sollen die sozialen Kontakte gefestigt und neue geknüpft werden. Das Hauptthema dieser Versammelungen sollte jedoch die „Seelsorge“ sein. Vielen Menschen hilft es, über ihre Probleme mit anderen zu reden. Dies kann ein guter Weg sein, glücklicher zu leben.
Es ist meiner Meinung nach wichtig, miteinander über allgemeine und persönliche Probleme zu reden!
Das Teilnehmen an Treffen ist jedem Zeroisten freigestellt – wie alle seine Taten.
2.2.3. Der Zeroist soll die Gesetzte seines Landes und die Menschenrechte der UNO achten. In den meisten Ländern garantieren die Gesetzte ein geregeltes Zusammenleben. Sollten die Gesetzte eines Landes nicht mit den UNO-Menschenrechten übereinstimmen, sollte der Zeroist alles dran setzten, die öffentlichkeit darüber zu informieren und diese Gesetzte zu ändern. Das Tatsächliche Halten an die Gesetzte und die Menschenrechte ist dem Zeroisten freigestellt – wie alle seine Taten.

3. Spirituelles
3.1 Götter
Der Zeroist muss, wenn er nicht will, an keinen Gott glauben. Sollte der Zeroist, um seinen inneren Frieden zu finden, einen Gott, Götter und/oder Heilige/Propheten/ect. Brauchen, so darf er diese gerne anbeten.
3.2 Andere Religionen
Der Zeroist sollte alle anderen Religionen achten.
Ein heiliger Krieg im Interesse des Zeroismus ist NICHT in meinem Interesse. Ich will mich von sämtlichen kriegerischen Handlungen, die je im Namen des Zeroismus gemachten werden sollten, distanzieren und jedem, der solche Aktionen in Erwägung zieht, mitteilen, das ich derartige Gedanken nicht schätze.
Jede Handelung – und dazu gehören auch alle Gewalttaten sind dem Zeroisten freigestellt. Es sei jedoch bemerkt, das Gewaltaten und ähnliche Verbrechen in den seltensten Fällen zu einem erfüllten Leben führen.
3.3 Leben nach dem Tod
Der Zeroist sollte oder darf, vielmehr, die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod haben, dass man in ein materielles Nichts kommt, in dem seine Seele oder sein Ich, wie er es gerne nennen mag, sich frei bewegen, mit anderen kommunizieren und seine Gedanken so kräftig sind wie die Realität hier. Dies ist meine Vorstellung vom Leben nach dem Tod. Jeder Zeroist darf natürlich seine eigene Vorstellung von einem eventuellen Leben nach dem Tod haben – so wie alle seine Vorstellungen frei sind.

4. Schlusswort.

Ich lade jeden Menschen dieser Welt, jedes Alters, jeder Hautfarbe oder Rasse, jeder Religion oder Glaubensform, und mit jeder erdenklichen Meinung dazu ein, Zeroist zu werden. Jeder kann und darf seine „alte Religion“ behalten. Die Haupteigenschaften eines „guten“ oder „gläubigen“ Zeroisten sollen die folgenden sein:

* Respekt bzw. Toleranz gegenüber seinen Mitmenschen und deren Eigenschaften, Meinungen und Aussehen.
* Die Bereitschaft, über Probleme zu reden und anderen zuzuhören.

Ich danke jedem, der sich die Zeit genommen hat, dieses Manifest durchzulesen. Dieses Manifest darf überall verbreitet werden, allerdings möchte ich gerne darüber informiert werden. Die übersetzung in andere Sprachen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht, die änderung des Wortlautes des Manifestes jedoch nicht.

Joël „Fireball“ Adami

Edit:
5. Hiermit löse ich die zeroistische Religion auf. Alle Zeroist_innen können sich an diese Auflösung halten, müssen das aber nicht.

Wie man Jack Sparrow zum Weinen bringt

für Commediante, die mir dafür Haarperlen schenkt…

Als Jack erwachte, spürte er, dass er Sand im Mund hatte. Und dass seine Hosenbeine naß waren. Er machte den zwecklosen Versuch, den Sand auszuspucken. Aber mit Sand im Mund war es mit Gefängnissen: Er war meistens leichter drinnen als wieder draußen.

Er legte den Kopf wieder auf den Boden und bemerkte, dass er am Strand lag. Vermutet hatte er es zwar, aber richig bewusst wurde es ihm erst in dem Moment, wo sein Kopf den leicht feuchten Sand berührte. Er öffnete die Augen einen Spalt weit, nur genung, um die aktuellen Lichtverhältnisse prüfen zu können. Eine grelle, gelbe karbianische Nachmittagssonne stach ihm direkt in die Augen.

Wieso wacht man immer dann auf, wenn die Sonne einem direkt in die Augen scheint?„, dachte er und hörte seine innere Stimme, wie sie plötzlich sehr sarkatisch wurde.

Aber wo war er überhaupt?
Das Problem an dieser Frage ja, dass man dazu die Augen öffnen musste, und Jack hielt es momentan für besser, sie geschloßen zu halten.
Gut, nächste Frage!
Wie war er hierhin gekommen, wo auch immer dieser Flecken Sand, auf dem sein schwerer Kopf lag, war?
Er hatte keinerlei Errinerung.

Gut, er war Jack Sparrow. Captain Jack Sparrow. Und alles, was mit diesem Namen verbunden war: Charme, gutes Aussehen, Stil, usw. Wäre die Gefahr nicht gewesen, noch mehr Sand zwichen die Zähne zu bekommen, hätte Jack gegrinst.

Aber er wusste nicht mehr, wie er dorthin gekommen war, wo „hier“ war. Wo auch immer das sein sollte. Er konnte sich nur an die Black Pearl errinern, das beste Schiff in der ganzen Karibik, an seine ihm reu ergebene Mannschaft und an einen reich gefüllten Laderaum.

Er beschloß, den Kopf zur Seite zu drehen und seine Augen aufzumachen. Es tat nich so weh, wie er vermutet hatte, aber sein Kopf dröhnte immer noch – und seine Hosen waren nass. Viel zu nass für seinen Geschmack.

Er stand auf, spuckte noch ein paar Mal erfolgslos, in der Hoffnung, den Sand aus dem Mund los zu werden. Dann sah er sich auf der Insel um.
Sie war klein, schien unbewohnt und – klein. Eine typische Insel für Leute in seiner Situation.

Er nahm sein Fernrohr aus dem Gürtel und suchte damit den Horizont ab – es hatte das Wasser erstaunlich gut überstanden. Er war nun tatsächlich ein Schiffbrüchiger.
Na ja, früher oder später kommen sie mich eh abbholen.
Jack beschloß, das Inselchen genauer zu erkunden – allerdings glaubte er nicht, dass dies ihm tagelange Beschäftigung schaffen würde. Er tippe eher auf 45 Minuten. Aber besser als überhaupt nichts. Er ging in das kleine Palmenwäldchen, das direkt an den Strand anschloß.

Endweder wurde die Insel breiter oder er lief im Kreis, was angesichts des Dickichts völlig normal war. Jedenfalls schwitze er angesichts der Hitze und der immer höher werdenden Zahl der Mückenstiche, die er auf seiner Haut zählte. Er hasste die tropischen Wälder. Noch mehr als Meuterer.

Schweiß lief ihm von seiner Stirn in seine Augen, die anfingen zu brennen und sogleich trännten. Innerlich rollte er mit den Augen.
Jetzt fange ich auch noch an zu We…“ Er konnte den Satz nicht zu Ende denken, denn er erblickte eine merkwürdige Gestalt, die offenbar auf einer Art Lichtung stand.

Ungefähr 5 Meter vor Jack stand jemand. Und allem Anschein jemand, dessen Outifit auf die Insel passte. Oder, bei näherer überlegung, auf jemanden, der solche Inseln besuchte, passte.
Der Typ hatte Sandalen an, dazu eine schwarze Hose, die ihm bis zu den Knöcheln ging. Darüber trug er ein merkwürdiges dunkelrotes Hemd, das offenbar keine Knöpfe hatte und für den Rest merkwürdig kurz geschnitten war, jedenfalls in der Armregion.

Entgegen dem, was man bei seiner Kleidung erwarten würde, war der Junge – Jack schätze ihn auf nicht älter als 25 -, nicht braungebrannt, ja richtig blass und seine Haut war mit spärlichen Sommersprossen gesprenkelt. Seine blassroten Lippen formten ein Lächeln, als er Jack mit seinen wachen, sehr blaß-hellblauen ansah und seine rotbraunen Augenbrauen leicht hochzog. Ein Lächeln, als hätte er Jack bereits erwartet.

Was Jack am meisten erstaunte, waren die Haare des Typen. Sie waren mit einem schwarzen Kopftuch, auf dem ein silberer Drache, umrandet von einem exotisch ausehenden Muster, aufgestickt war, nach hinten gehalten. An ihrem Ansatz waren sie dunkelbraun, wurden nach unten hin immer heller, bis zu einem Orangerot, das zu einem Dunkelnrot in den Spitzen überging. Die Haare gingen ihm bis zur Schulter, wo sie sich nach oben hin bogen.

Auf seinem Rücken hatte der Junge eine Schwertscheide. Nun, jedenfalls etwas, das wie eine schmale Schwertscheide aussah. „Merkwürdiger Junge„, dachte Jack, „Aber vieleicht erweist er sich als nützlich…

„Hallo!“
Jack setzte sein freundschaftlichtes Lächeln auf und bot dem Fremden seine Hand an.
„Hi, Pirat.“
Wieder dieser merkwürdige Lächeln, als hätte er Jack schon erwartet.
Capatain Jack Sparrow.“
Jack hob seinen Arm etwas hoher und näher an den Jungen heran und lächelte so charmant er konnte.
„Das bezweifele ich, Jack.“, erwiederte der Junge.
Captain Jack, für dich. Was bezweifelst du, Junge?“
„Das Captain.“
„Wie meinst du das?“
Wieder dieses Lächeln.
„Nun, ich sah kein Schiff, Pirat.“
„Die Black Pearl sieht man auch nicht einfach so. Aber bald wirst das beneidenswerte Vergnügen haben, sie zu sehen.“
„So?“

Langsam nervte dieser Junge. Er war an Aggoranz und Selbstsicherheit kaum zu überbieten. Ausserdem hatte er weder nasse Hosenbeine noch Schweiß in den Augen. Und seine Errinerung schien komplett zu sein. Aber Jack wusste, wie man sich aus solchen Situationen herauswand.

Er ging näher zu dem Jungen, legte ihm seine Hand auf die Schulter und legte sein zweideutigtes Lächeln auf, während der sagte:
„Was willst du? Etwas Spaß mit mir haben?“
Der Junge schloss die Augen zur Hälfte und grinste noch zweideutiger zurück, als er antwortete:
„Hängt ganz davon ab…“
Er packte Jacks Arm mit der Rechten und verdrehte ihn ruckartig. Jack spürte für einen Moment lang nur den überraschend kommenden Schmerz, und dann, wie er auf dem Boden lag und die Klinge eines gekrümmtem, asitaisch ausehenden Schwertes seinen Hals berührte.

„…was sie unter Spaß verstehen, Captain Jack Sparrow.“, beendete der Junge seinen Satz, wobei er das „Captain“ besonders spöttisch aussprach.
„Mein Name ist übrigens Leal Ojis, falls es sie intressiert, Jack.“
„Du magst es hart, was, Leal?“
Jack wusste sogleich, das es ein Fehler war, denn der kalte Stahl drückte fester gegen seinen Hals.
„Gaaanz ruhig, okay? Sag mir einfach, was du willst. Egal was es ist.“
Bei dem letzten Satz setzte Jack wieder sein zweideutiges Lächeln auf. Grinsend antworte Leal:
„Das einzige, was ich will, sind keine Zeugen. Viel Spaß noch auf der Insel, Captain Sparrow!“

—-

Das nächste, was Jack spürte, war ein schmerzender Kopf – und wieder einmal Sonnenlicht, das ihm genau in die Augen stach. Er roch den unverkennbaren Geruch von schwarzgebranntem Rum, und als er sich umdrehte, endeckte er eine offene Rumflasche, an der ein Zettel befestigt war.

In quasi unleserlicher Handschrift stand drauf:
Wenn sie dies lesen, bin ich längst weg. Ich habe ihnen etwas Rum dagelassen, damit können sie sich die Zeit vertreiben, bis das nächste Schmugglerschiff meine Ladung abholen kommt. Was ihre offentsichtliche Gedächnisslücke angeht, erlauben sie mir, sie zu füllen, Captain Sparrow:

An dem Abend, bevor sie angeschwemmt wurden, sah ich ihr Schiff. Da schwarze Segel doch etwas ungewöhnliches hier in der Gegend sind, habe ich mir die Sache genauer angeschaut. Man hat sie über die Planke gehen gelassen. Es ist wahr, dass die See etwas stürmisch war, deshalb wohl auch ihr Gedächnissverlust.

Sie werden ihre Pistole finden, die ich ihnen vorsichthalber abgenommen habe. Die Schmuggler werden bald kommen. Vieleicht sehen wir uns irgendwann mal wieder. Ich hätte zu gerne gegen sie gekämpft, aber die Umstände ließen dies nicht zu. Meine Geschäfte gehen sie nichts an und sind auch nicht weiter von belang, aber ich bin sicher, wir treffen nochmal aufeinander.

Leben sie wohl, Captain Jack Sparrow!
ergebenst ihr
Leal Ojis

Jack musste zwei große Schlucke Rum trinken, bevor ihm klar wurde, was der Brief bedeutete: Seine Mannschaft hatte gemeutert! Er war nicht länger Captain der Black Pearl. Jedenfalls nicht mehr ausführender. Lange Zeit saß er still da und blickte den Horizont an. Als er erneut zur Rumflasche greifen wollte, bemerkte er, wie ihm eine einsame Träne über die unrasierte Wange kullerte.

The End (?) Weiterlesen