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Fingerkuppe

photo cc by Rob Walker

Ich saß in dieser merkwürdig menschenleeren Kinolobby inmitten von Wien. Mich begleiteten einige Freunde. Ich weiß nicht mehr genau, wer es war und wieso sie mitgekommen waren. Im Nachhinein, im Hinblick auf all das, was danach noch passierte war das auch überhaupt nicht wichtig. Aber wer weiß im Vorhinein schon, was er oder sie im Nachhinein denkt?
Wir saßen auf braunen Ledersesseln und hatten nicht einmal ein alkoholisches Getränk, an dem wir uns festhalten hätten können. Ungeschützt vor der gewaltigen Leere der Kinolobby, die beinahe Platzangst auslöst. Und vor allem wie eine Metapher für unsere Unfähigkeit, eine Entscheidung zu treffen, wirkt. gehen wir nun rein oder nicht? Hätte ich ein Getränk gehabt, ich hätte noch einen Schluck genommen, meinen Herzschlag beschleunigt und das einsetzende Gefühl der Ethanolvergiftung entscheiden lassen. So aber erkundigte sich mein nüchternes Gewissen nach den aktuellen Leberwerten. „Die aktuellen Leberwerte„, als wäre das ein Teil oder gar der Titel der Fernsehnachrichten.
Der Film schien zu seltsam, um auch nur daran zu denken, sich ihn anzusehen.

Wir befinden uns im dichten Stadtverkehr. Das Auto rast. Jemand verliert seine Fingerkuppe. Schnell wird nach etwas Kaltem gesucht, man muss alle verlorenen Körperteile immer sofort auf Eis legen. War es mein Finger oder der meiner Mutter? Ist mein Finger nicht in gewisser Weise auch zur Hälfte der meiner Mutter? Zumindest genetisch? Existentialistische Fragen sind gerade Fehl am Platz, wir müssen in ein Krankenhaus. Oder zumindest zu einem Hinterhofarzt, der die Kuppe ohne viele Fragen wieder annäht.

„Der Autohändler hat einen Krankenhausflügel!“, fällt es mir ein und schon sind wir auf dem Weg dorthin. Bei der irrsinnigen Geschwindigkeit habe ich Angst, noch weitere Körperteile zu verlieren, aber das scheint niemanden zu kümmern. Wir stolpern endlose, staubige, weiße Gänge entlang. Verliert eigentlich niemand Blut?

Das Personal, vermutlich in Form einer Krankenschwester, teilt uns mit, dass wir hier nicht erwünscht sind. Sie könnten uns hier nicht helfen. Über die Lautsprecheranlage spielt Three little Birds. Jemand unserer merkwürdigen Reisegruppe summt leise mit, vor allem den Gesangsteil. So wie es Leute oft machen, wenn sie den Text nicht können, sich aber nicht in der Lage fühlen, die Melodie zu summen oder gar zu pfeifen. Das medizinische Problem scheint keins mehr zu sein, als wir den Ausgang erreichen, der einem bestimmten Gebäude meiner Universität erschreckend ähnlich sieht.

Was machte M. hier? Wir umarmen uns, küssen sogar, als würde ich nun in den Krieg ziehen. Ungewohnter Kuss zu gewohnter Umarmung. Gewöhnungsbedürftig. Dabei will ich nur ins Krankenhaus, um die Fingerkuppe meiner Mutter wieder an zu nähen. Und das wird wohl kaum einige Jahre in Kriegsgefangenschaft bedeuten. Wobei, in diesen Zeiten …

Ich muss noch aufs Klo, und als ich mir die Hände wasche, reicht mir jemand (mein Vater?) ein unsichtbares iPad. Er besteht darauf, dass ich sofort ausprobiere. Ich versuche, das teure Gerät von dem Wasserstrahl, der nur so aus dem Hahn sprudelt, fern zu halten. Das ist aber gar nicht so einfach, denn ich sehe es ja nicht. Vermutlich ist es so beschichtet, dass es das aushält. Sinn macht das Ganze keinen.

Spaß auch nicht, so ganz ohne Fingerkuppe.

Montréal, revisited

photo cc by abdallahh

Ich schlage die Augen auf. Montréal. Wieso auch nicht, immerhin habe ich noch einige dieser winzigen U-Bahntickets, mehr Papierschnipsel als ernst zunehmende Fahrkarte.
Irgendjemand hat mich in der Natur rund um die Stadt ausgesetzt. Arschloch. Auf der Karte sehe ich ganz genau, wo ich mich befinde. Und wenn ich aufschaue, ist es ein lichter Wald. Vor allem Nadelbäume. War klar, wir sind ja schließlich im hohen Norden. Muss so sein, denke ich mir und wundere mich gar nicht darüber, dass mich irgendwer, einfach irgendwo in der Gegend ausgesetzt hat. In meiner Tasche nur dieses Ticket.
Jetzt könnte ich eine Landkarte brauchen. Egal was für eine, sie könnte ruhig auch erfunden sein. Alles ist besser als die Wildnis vor Montréal. Wahrscheinlich werde ich bald an eins dieser Betonungetümer, die sie Autobahn nennen, stoßen. Riesig und rostig wird sie vor mir aufragen, wie die Pfeiler einer Alptraum gewordenen Achterbahn. Über einen Fluß wird sie führen, von dem die Kanadier sagen, es sei einer der kleineren Flüße ihres Landes. Und ich hielt ihn für ein Meer.

Eine Gruppe von Wandern, in neonfarbene Gewänder gehüllt, geschützt vor dem sauren Regen der 1990er Jahre, der sogar Gold auflöste. Sie lachen und erklären mir, sie würden den Weg auch nicht wissen. Und sie haben nicht einmal kanadische Bonbons dabei. Wahrscheinlich sind das die Leute, die die Ureinwohner mit geschmuggelten Zigaretten belieferen, die diese dann in Wohnwägen entlang der Autobahn verkaufen. „C‘est tout de la contrabande!“ Oder so ähnlich. Ich verstehe kaum ein Wort, denn das Französisch, was diese Menschen reden, ist so merkwürdig, dass der Marseiller Dialekt wie aus dem Mund eines Mitglieds der Académie française klingt.
Ich stolpere also weiter durch den Wald und hoffe, keinem sprechenden Fuchs zu begegnen, denn genau das wäre jetzt das, was ich nicht mehr aushalten würde.

Zum Glück stolpere ich aus dem Wald auf eine Straße. Ein Schulkamerad fährt mit einem VW Bus, bunt bemalt mit Flammen, vor und nimmt mich mit. Wieso gerade er, der immer nur Hohn und Spott für Hippies übrig hatte, so einen Bus fährt, wage ich nicht zu fragen. Wir sind hier auf dem nordamerikanischen Subkontinent. Unbequeme Fragen sind hier nicht so angebracht wie in Kontinentaleuropa. Er fragt mich, ob es in Montréal legal sei, Gras zu rauchen. Ich antworte wahrheitsgemäß, ich würde es nicht wissen, aber wenn wir ein wenig durch die Stadt fahren würden, ließe sich sicher ein Coffeeshop finden. Er grinst mich mit seinem breitesten Sonnenbrillengrinsen an und meint: „Klar, ist ja eine kleine Stadt, da geht das schnell!“

Ich sehe nach draußen. Montréal, das eher so aussieht, wie ich mir Los Angeles immer vorstelle, ist eigentlich gar nicht so klein.

Tumor

Ich habe einen Tumor in meinem Kopf.
Zumindest einen metaphorischen.
Es ist eine nette Metapher für jemanden, der nicht zugeben will, dass er Gefühle hat, die eventuell zu noch mehr Gefühlen (negativ oder positiv) leiten können. Auf dem Display des kalten, gefühlslosen human typewriter immer nur ERROR! ERROR! ERROR!

Ich träume seit zwei Nächten den gleichen Traum. Ich sitze immer in einer Bar irgendwo im Norden des Landes, mehr eine Hütte als wirklich ein Haus. Und sie hat auch immer irgendwie damit zu tun. Ihre Rolle ist diffus. Heute Nacht hat sie mir einen Marijuanatee serviert. Mit Teebeutel. Alle drei Minuten unterbricht mich mein Wecker, ich schwöre mir, die nächsten drei Minuten von was anderem zu träumen, wie ich vor 2 Millionen Menschen als Präsident der Erde vereidigt werde oder den Ehrenoskar für mein Lebenswerk entgegennehme. Ich sehe all diese Bilder vor meinem geistigen Auge, aber sobald ich mein Unterbewusstsein für einen Augenblick walten lasse, bin ich wieder im hohen Norden in dieser gottverdammten Hütte.

Nach dem Aufwachen wirken die psychoaktiven Substanzen des Tees, den ich im Traum trank, weiter. Bei manchen Bewegungen fühlt mich mein Kopf leicht an, meine Haut, besonders die rechte Handfläche, kribbelt wie verrückt und ich fühle mich wie auf einer sehr merkwürdigen Droge. Und während ich mich mit Geobasierten Informationssystemen beschäftige, schweben kleine Datenpakete à  1.120 Bit von E. nach D. und wieder zurück. Von E. nach D., von E. nach D., der Liebe wegen, der Liebe wegen, der Liebe wegen…
Der Tumor in meinem Kopf schüttet Hormone aus und spielt mit meinem biochemischen Gleichgewicht.

Du stehst neben dir, weißt nicht einmal mehr was du schreiben sollst, obwohl vorhin in deinem Kopf alles ganz klar war. Äußerliche Reize nimmst du kaum noch wahr. Du stößt Luft aus, als wärst du erschöpft oder als mache dir die Kälte zu schaffen, aber es ist nichts von alledem. Nicht der Schneeregen, nicht deine Müdigkeit, gar nichts außer dem Tumor in deinem Kopf, der alle Gehirnfunktionen übernommen hat, beschäftigt dich. Dein Äußeres ist nach Innen gekehrt.

Und dann denkst du, du möchtest es herausschreien, es ihr sagen, aber nein:
Ich werde streng nach Plan verfahren!
„Was für ein verfickter Plan denn?“, denkst du und weißt auch nicht weiter.
Denn dann wäre es vielleicht endlich raus und du könntest zu einem Arzt gehen und dir diesen Tumor aus dem Schädel kratzen lassen.
Eine andere Stimme meint, ein Gefühlschaos sei nur die logische Weiterführung aller bisherigen Trips. Und als solcher zu genießen und sich hemmungslos reinzustürzen. Biochemie macht Drogen überflüssig.

Denken ist, wie Widerstand, zwecklos.
Comply?

Der letzte Mensch auf Erden

Ich fühlte mich gestern Abend so, als wäre ich der letzte Mensch auf Erden. Mir wurden traurige Dinge erzählt, ausserdem war ich wütend über mich selbst dass ich zwei kredikartengroße Karten im Dunkeln und betrunken miteinander verwechselt hatte und ich so eine Bankkarte anstatt meiner Buskarte hatte. Dann war der Tausch Buskarte gegen Bankkarte geplatzt, weil ich mein Handy nicht ständig mit mir rumtrug.
Und da saß ich, in meinen Ohren nur die 8bit-Lagerfeuermusik von pornophonique und auf dem Bildschirm nur Schreckensmeldungen. Es hätte mich eigentlich nicht gewundert, wenn sich ein Pop-Up mit dem Bild einer Großstadt, die gerade von den Space Invaders angegriffen wird, geöffnet hätte. Ich fühlte mich einsam und wusste noch nicht einmal wirklich wieso.

Und irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen und träumte wie wild.
Ich wachte (im Traum, aber das war einer der Träume, die einem nach den Aufwachen so plausibel erscheinen, weil all das andere Zeugs, das man geträumt hat, noch viel unplausibler war) irgendwo auf einem Fußboden auf. Der befand sich nach meinem Gefühl in meinem alten Kinderschlafzimmer, sah aber nicht so aus. Ich redete verwirrt mit Radiobekannten, die offensichtlich mein Erwachen beobachtet hatten und meinten, ich solle mal auf die Uhr schauen. Es war 16 Uhr. Im Traum fand ich es sehr plausibel, dass ich halt nur bis 16 Uhr (Samstags, also noch VOR meinem Einschlafen) auf diesem Fußboden geschlafen hatte. Wir gingen dann Essen und aßen unmengen von irgendwetwas, an das ich mich nicht erinnern, das im Nachhinein aber gut und gerne polnische Pfannkuchen und auch in einer polnischen Kantine gewesen sein kann.

In einem anderem Traum oder in einer anderen Szene befanden wir uns dann auf einem gigantischen Jahrmarkt, einer Kirmes, die sich gefühlsmäßig aber merkwürdigerweise auf dem Marktplatz von E. (also dort, wo hier immer die Kirmes stattfindet) befand. Dort sollten wir von einem Arzt untersucht werden, was nötig war, bevor wir irgendeine Reise antreten konnten. (Kontextmäßig vermute ich mal irgendeinen weiteren Radioaustausch) A. war als erste dran, und der Arzt, der (was mir wiederum sehr logisch nicht unlogisch vorkam) hinter einem im sich im Aufbau befindendem Essenverkaufsstand befand und A. irgendein Untersuchungsinstrument zeigte. Es sah aus wie ein Otoskop, nur ungleich dicker und mit einer blauen Scheibe an der Spitze. A. schreckte zurück und meinte, ich sollte doch als Erster gehen. Ich fragte mich, welche Körperöffnung dieses Instrument begutachten sollte, vor allem, wenn es auch an mir angewendet werden sollte. [Oh FSM, jetzt kommen die Freudiander wieder und interpretieren das alles!]

Irgendwann war es dann an mir, aber ich musste furchtbar aufs Klo. Ich fragte den Arzt, ob ich noch kurz aufs Klo könnte, ehe ich mich der Untersuchung unterziehen müsste. Und da fing mein Unterbewusstsein an, zu mashupen und legte einen Traum rein, den ich schon einma geträumt hatte. Ich sah ein Schild mit dem Klosymbol und eine Art Tunnel. Und obwohl beides unmittelbar miteinander verknüpft war, musste ich erst eine ziemlich lange Treppe hochgehen und durch einen Tunnel rennen (das seltsamerweise ein wenig nach Sci-Fi-Dekoration aussah) bevor ich dann merkte, dass ich dort schon einmal gewesen war und damals schon nicht das Klo dort gefunden hatte. Ein Déja-Vue im Traum. Ich denke, ich habe das schon mal geträumt und errinnerte mich im Traum daran, als ob meine Traumwelt in sich stimmig wäre. (Was ich bei näherem Nachdenken SEHR scary finde und mir Schauer über den Rücken jagt. [Und ich frage mich, wie Frühmenschen mit Träumen umgegangen sind – mit so einer Erfahrung muss der Erste, der sie macht (und irgendwann muss es ja einen „Ersten“ gegeben haben) erstmal umgehen)
Wir, ich hatte eine Gruppe von gesichtlosen „Bekannten“ hinter mir, machten kehrt, kamen aber nicht am Eingang raus sondern irgendwo hinter dem Rummelplatz, was irgendwo zwischen Schrottplätzen und Schrebergärten war. Es gab wohl Termindruck, denn ich stachelte einen meiner Begleiter zur Eile an und schickte die Anderen auf einen anderen, längeren Weg.

Der Arzt war nicht mehr hinter dem jetzt fertig aufgebauten Essensstand. Einer der Mitarbeiter sagte mir, er sei jetzt in seinem Haus und zeigte mir die Richtung. Das Haus des Arztes stellte sich als weiße Kuppel heraus. Er erwartete uns bereits. Anstatt einer Untersuchung warf er nur seinen DVDplayer und Projektor an und meinte, er würde sich eine Folge von Star Trek: Voyager mit uns ansehen. Stattdessen lief aber eine merkwürdige Timeline, die aussah wie irgendein flashinterface, das ich kenne, aber nicht genau benennen kann. Der Doktor meinte noch, es gäbe ja nicht viele Star Trek Fans und ich meinte dann es gäbe „hier“ aber einige. Wobei das „hier“ sowas wie „an Bord“/“in dieser Gemeinschaft“ bedeute.

Und immer wieder: Wieso noch Drogen nehmen? Wieso noch Alkohol trinken? Wieso noch vor die Tür gehen?
Achja, um diese Träume zu vergessen…

Schaumschläger

[Dieser Beitrag ist nicht in dieser Reihenfolge entstanden, wie ich ihn hier zusammenstückele.]

Wild schäumen die verwischten Traumerinnerungsfetzen ins Unterbewusstsein zurück, als du diese Zeilen liest. Dein Körper ist wie elektrisiert – deine Hände kribbeln mal wieder.
Dir ist, als hörst du das Pendel wieder kurz über deinem Kopf schwirren – was du selbst nicht wahrnehmen willst. Damokles ist blind für Schwerter. Du hast geglaubt, aufschreiben würde wegsperren bedeuten, aber vielleicht musst du auch veröffentlichen. Und dann ist die Gefahr, dass diese Bilder ein noch stärkeres Eigenleben führen könnten, egal.
Immer wieder diese Berührung. Finale Bestimmung?

Vielleicht sollte man Träume einfach deshalb aufschreiben, damit sie einem aus dem Kopf verschwinden. Wie man sich einen Dorn oder Splitter aus dem Finger zieht, weil er einen ständig enerviert.
Man kann bei diesem Traum nicht wirklich von stören reden. Im Endeffekt, im Rückblick sozusagen, bleibt ein wohliges Gefühl der Geborgenheit. Zu den Tatsachen: I. und ich auf irgendeinem Konzert. (Mal wieder.) Es muss Sommer sein, denn I. trägt, wie alle Mädchen auf dem Konzert, nur ein Top. Und das ist auch schon bezeichnend für diesen Traum: Hitze, gepaart mit leichter Kleidung (die du an ihr noch nicht gesehen hast, soweit du dich erinnern kannst.) und dieses seltsame Gefühl, in der Menschenmenge eingeschlossen zu sein. Sie steht vor dir – und du nimmst sie in den Arm, deine Hände auf ihrem Bauch.
Die Umarmung ist intim, zu intim für Freundschaft. Das ist es, was den Traum so merkwürdig erscheinen lässt, weil trotz irgendeiner Story mit unwichtigen Nebenfiguren und ungewollten(?) Berührungen nur dieses Gefühl der Geborgenheit bleibt, nicht mal, wie sonst üblich, ein Kopfschütteln oder das berühmte »Blub«.

Traumdeutung?
Schnelle, skizzenhafte Gedanken: Du schreibst über Ina, als du zu einem Konzert mit I. fährst. Schlimmer noch: Du bekommst auf dieser Fahrt seit langem wieder Lust, zu schreiben. Da scheint es irgendwo also eine Verbindung zu geben (Als ob das nicht offensichtlich wäre!) Ina = I.? Nee.
Merkwürdig, dass deine Hände kribbeln, wenn du in deinem Heft liest, wann du jenen Text geschrieben hast, was nur in einer kleinen Randnotiz vermerkt ist. Was heißt das jetzt?

Eigentlich weißt du nur, dass es keine Antworten gibt. Und das auch diese Antwort ein klein wenig Selbstbetrug ist.

Verschiedenes (III)

Es gibt einen Artikel über uns in der Woxx!
Autor ist der bestbekannte Blogosphärenreporter der Woxx, Luc Caregari. ;-)

Interview auf 100,7 am Donnerstag, gegen halb 12.

Ein neues Studio in Betrieb nehmen ist relativ unspektakulär. Aber es gab zumindest Sekt.

Die Hündin hat die Schnürsenkel meiner Schuhe gefressen. Die Schuhe sind von der Marke Vegetarian Shoes. Aber vielleicht mag die Hündin auch nur auf irgendetwas rumkauen. Was, scheint im Moment relativ egal zu sein. Schnürsenkel, Hände, Eisstücke, Hundespielsachen, Menschenspielsachen, Papier, Schaumstoffbälle – alles mögliche halt. Der Name ist übrigens noch immer Yoda. Wenn der Hund nicht so undifferenziert auf Sachen rumkauen würde, wäre das richtig richtig cool.

Heute gibt es A&S bloß aus der Dose: Angscht a Schrecken leschten Chreschtdaach (hun ech dir main Härz gin)

Eine besinnliche Wintersonnenwende euch allen. Oder so.

Wenn ich eine Zitatserie wie Thierry oder Deef hätte, stünde da jetzt: »Bei de Juden ass daat jo drai Deeg méi frei.«

Kommt am 27. Dezember ins D:qliq. Bringt eure Freunde mit. Das Programm ist wirklich sehr gut. Ausserdem kann man nur ein einziges Mal beim Ersten Mal dabei sein.

Es gibt Menschen, die träumen von mir.
Und es gibt Menschen, die von anderen Menschen träumen, die mit ihren Sexualpartnern Gemüse im Bett benutzen.
Beides macht mir Angst. Besonders, wenn es in Kombination auftritt.

Ich träume hingegen nur von Prüfungssituationen zwischen abstrakt geformten Steinen.

Hier sollte dann ein cooler Abschlusssatz stehen.

Ka-BOOM²

Ich habe heut Nacht tatsächlich geträumt, die Atombombe würde fallen. In den Medien hieß es, die drei Meter um den Einschlagsort herum würden zu purem Gold schmelzen.
(edit 11:58)
Der Traum ging ungefähr so. Es war soweit. Wir hatten alle davon gewusst, dass dieser Tag einmal kommen würde, aber nun war er da. Die Atombombe würde fallen. Auf E. Aus irgendeinem merkwürdigen Grund wollte ich zuerst in der Mitte der Explosion sein, die in meinem Kleiderschrank sein würde. (Soweit ich weiß zündet man Atombomben noch über dem Boden, aber das sei mal dahingestellt.) Die Medien teilten jedoch irgendwie mit, dass in einem Radius von 3 Meter um den Einschlagsort alles zu purem Gold schmelzen würde. Da dies nicht unbedingt meinen Wünschen entsprach, flüchtete ich in die Küche, wo ich auf einen der Männer stiess, die dabei sind, unser Badezimmer zu renovieren. Er wollte einen Kaffee, und ich musste ihm unsere Kaffeemaschine erklären, die im Traum eine dieser merkwürdigen Senseodinger war. (In Wirklichkeit besitzt besitzen wir sowas nicht. Trotzdem konnte ich ihm das perfekt erklären.)
Nachdem der Handwerker mir nicht wirklich geholfen hatte und auch die Küche sich nicht wirklich lange »sicher« anfühlte. Irgendwann landete ich in einem kirchlichen Bunker, dessen Wände holzgetäfelt waren. Er war quasi leer. Dadrin gab es noch einiges Geplänkel, wobei ich mich nicht mehr erinnere, worum es dabei ging.

Ja, Thierry, ich will eine Interpreation. Weil, da bin ich ja mal gespannt.

My chemical Romance

(Nein, es geht in diesem Artikel nicht um eine Popband. Tut mir sehr Leid, falls ihr danach gesucht habt. Damit ihr trotzdem in die Kommentare flammen könnt: MCR stinkt!)

Mein Traum ging so:
Ich musste in einem Schulfach (da sich das ganze im Chemiesaal abspielte und meine Chemielehrerin anwesend war, ist es nur logisch, dass es Chemie war, aber das wurde nicht explizit »gesagt«) ein Referat halten. Das lief für mein Verständniss gut, aber ich wollte die Lehrerin natürlich noch nach Feedback fragen, am Ende der Stunde. Ich packte also meine Schachtel. (Ich habe mal gesagt bekommen, auf Deutsch solle man dazu »Federmäppchen« sagen, aber ich ignoriere dieses scheussliche Wort.) Im Traum hatte ich meine alte Schachtel, das war so ein ausklappbares Modell mit Gummibändern, um die einzelnen Stifte festzuhalten. Aus Leder, mit einer Karte der EU drauf. Da waren auch nur die EU-Länder drauf, dh. der abgebildete Kontinent hatte da, wo die Schweiz ist, ein Binnenmeer. Wäre auch vielleicht in Wahrheit gar nicht so verkehrt, nur ist die Schweiz ein wenig hoch, um ein Binnenmeer daraus zu machen. Auf jeden Fall brauchte ich ewig, um diese Schachtel zu packen, so dass ich noch im Klassensaal stand, als schon wieder Leute reinkamen – unter ihnen auch I. Bei den meisten hatte ich das Gefühl, dass es »eine andere Klasse« war, nur bei I. nicht – weiß der Teufel warum, aber so wichtig erschien mir das auch nicht. Ich habe I. einige Mal gegrüßt, bis sie dann heftig, genervt (oder gespielt genervt?) antwortete.
Ich kam nicht dazu, die Leherin zu fragen, wie mein Referat war, denn zu dem Zeitpunkt war es 735 und ich musste aus dem Bett – um rechtzeitig zur Chemiestunde zu kommen.

(Ja, solche Träume machen mir genausoviel Angst wie euch.)