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analog adventures

Belichtungsreihe
Das ist eine Belichtungsreihe. Um abzuschätzen, welche Belichtungszeit für das Bild wohl am Besten wäre.
Ich bin in der glücklichen Lage, Zugang zu einer gut ausgestatteten Dunkelkammer zu haben. Eine analoge Kamera hab ich nicht. Auf dem Türkenschanzparkfestival, das eigentlich nicht für die geschätzten 15 – 20.000 Besucher_innen ausgelegt war, drückte mir Pamina ihre analoge Kamera in die Hand. Analoger Film macht extrem vorsichtig. Ich habe sehr oft nicht ausgelöst, wenn ich mir nicht sicher war, ob Motiv, Lichtverhältnisse, Bildausschnitt und Stimmung passen würden. Und nicht alle Experimente sind gelungen. Lustigerweise sind dann auch die meisten Fotos nicht beim Festival selbst, sondern bei den Aufräumarbeiten entstanden, was die müden Gesichter erklärt.

Das Entwickeln macht unglaublich Spaß, wobei noch nicht alle Fotos so perfekt sind, wie sie werden könnten. Leider ist meine Zeit gerade knapp bemessen, aber bald sind ja Ferien, da lässt sich sicher so einiges machen. Mehr Fotos. Und auch mal den Film selbst und nicht nur die Negative entwickeln.
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Frühlingswut

foto aus wikimedia commons

Ich hatte heute so eine merkwürdige Wut im Bauch. Auf dem Nachhauseweg von der Uni habe ich mir gedacht, dass es vielleicht daran liegt, dass der Frühling kommt. Hier in Wien sah es die letzten Tage schon ziemlich stark nach Sommer aus, der Himmel war blau, die Sonne schien und ich war richtig geflasht davon. Heute war es dann nicht mehr so toll, halt so laues Frühlingswetter und in mir braute sich die Gewissheit zusammen, dass die Zeit, in der ich dem Schnee von drinnen zugucken konnte, jetzt vorbei war. Was eigentlich eine positive Sache ist. Aber ich mag den Frühling nicht. Gegen den Sommer habe ich nichts, denn Sommer heißt oft, dass Ferien sind und man irgendwo im Schatten liegt (Ich freue mich darauf, meine Nachmittage im Türkenschanzpark zu vertrödeln!), aber der Frühling macht mich irgendwie fertig mit seiner Unentschlossenheit, seiner Art, alles und nichts zu sein. Im Herbst gibt es wenigstens die Gewissheit, dass es bergab geht, dass es kalt und nass wird. Frühling dagegen ist nur Unsicherheit.

So auf jeden Fall meine Gedanken, während ich durch das Cottageviertel lief (gemeint ist: „gehen“) und das zum Zweiten Mal, weil ich entschlossen habe, wenn ich nur gute zwanzig Minuten Fußweg von der Uni entfernt wohne, kann ich die bei gutem Wetter auch zu Fuß gehen. Wobei ein Fahrrad wohl idealer wäre, ich schätze die Fahrzeit auf lockere zehn Minuten, was meiner Eigenschaft, zu trödeln, sehr entgegen kommen würde, vor allem bei den derzeit doch sehr vollen Hörsälen.

Und jetzt ist alles anders. Meine Gefühle gegenüber dem Frühling sind gemischt, ich freue mich sehr auf den Sommer und die Wut, die ich in mir herum getragen habe, ist weg. Was ich wohl zumindest teilweise auf meinen wunderbaren Rotbusch-Zitronengras Tee, den ich mit Milch und Zucker trinke, zurückführen kann.

(Ja, einfach mal so Befindlichkeitsbloggen. Habe ich lange nicht mehr gemacht, ist aber manchmal ganz gut, und sei es nur für die persönliche Buchführung.)