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1 Zweikilopackung gefrorener Shrimps

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Im Kühlschrank liegt seit drei Tagen eine Zweikilopackung gefrorener Shrimps. Es ist Anfang Juli und die Schrimps sind seit zwei Tagen nicht mehr gefroren. Die Schrimps gehören nicht mir, ich esse kein Fleisch oder Fisch. Nein, die Zweikilopackung ehemals gefrorener Shrimps gehören meinem lustigen Mitbewohner Klaus. Ich muss das immer so sagen, damit die Menschen wissen, wen ich meine: „Mein lustiger Mitbewohner Klaus“, als wäre Klaus so eine Zirkusattraktion, die nur unter diesem Namen bekannt ist. Das ist er nicht, aber trotzdem blicken mich die Menschen immer sehr verwirrt an, wenn ich von meinem lustigen Mitbewohner Klaus einfach nur als „Klaus“ rede.

Ich habe noch einen dritten Mitbewohner, aber der heißt nicht Klaus, ist auch nicht sonderlich lustig und verbringt die meiste Zeit bei seinem Freund, in der er seit vier Monaten unsterblich verliebt ist. Alle paar Wochen verbringen die beiden eine Nacht in unserer Wohnung und schleppen zu diesem Anlass zwei neue Zahnbürsten ins Bad. Ich habe mal versucht, unsere gigantische Zahnbürstensammlung zu zählen, aber nach 20 habe ich einfach aufgegeben.

Auf jeden Fall macht sich der Geruch, den die ehemals gefrorenen Shrimps verströmen, so langsam bemerkbar. Das ist unangenehm, denn bis gestern war es so, dass der Geruch innerhalb des Kühlschranks blieb, wenn ich diesen geschlossen hielt. Ich schreibe meinem lustigen Mitbewohner Klaus eine Nachricht, die hoffentlich bald auf seinem Handy erscheint: „Klaus, du Arsch. Deine fucking Shrimps verfaulen im Kühlschrank. Komm her und räum den Scheiß weg!“. Ich mache noch ein paar emojis, damit mein lustiger Mitbewohner Klaus nicht denkt, ich wäre ernsthaft wütend auf ihn. Das bin ich zwar, aber er soll das nicht wissen. Weiterlesen